125 Jahre Schwerhörigenbewegung
Der Deutsche Hörverband lädt dazu ein, das Jubiläum der Schwerhörigen-Selbsthilfe mit lokalen und regionalen Aktionen zu begehen.
Aktive der Schwerhörigen-bewegung bei einem Treffen des Deutschen Hörverbandes (DHV).
Im Jahr 2026 blickt die Schwerhörigen-Selbsthilfe in Deutschland auf eine stolze, 125-jährige Geschichte zurück. Was am 26. Mai 1901 mit einem kleinen Gottesdienst von zwölf Teilnehmenden in der Berliner Wohnung von Margarethe von Witzleben begann, hat sich über mehr als ein Jahrhundert zu einer starken und lebendigen Bürgerbewegung entwickelt. Der Deutsche Hörverband (DHV) nimmt dieses besondere Jubiläum zum Anlass, um bundesweit zu lokalen und regionalen Aktionen aufzurufen und die Bedeutung von Austausch, Versorgung und gesellschaftlicher Teilhabe in den Fokus zu rücken.
Gemeinsame Interessen vertreten
Die Geschichte der Bewegung ist dabei eng mit den gesellschaftlichen Umbrüchen Deutschlands verknüpft – von der Kaiserzeit über die Teilung bis zur Wiedervereinigung. Parallel dazu haben bahnbrechende Entwicklungen in der Medizin und Technik, wie die Etablierung von Hörgeräten und Implantaten sowie die Anerkennung der Gebärdensprache, die Lebensrealität schwerhöriger Menschen grundlegend verändert. Heute strebt die Selbsthilfe nach neuer Einheit: Der vor drei Jahren gegründete Deutsche Hörverband soll künftig als gemeinsames Dach den Deutschen Schwerhörigenbund e. V. (DSB) und die Deutsche Cochlea-Implantat Gesellschaft e. V. (DCIG) vereinen, um die Interessen der Betroffenen mit einer starken, gemeinsamen Stimme zu vertreten.
Aufklärungsarbeit vor allem vor Ort
Das Jubiläumsjahr wird von zentralen Höhepunkten in Berlin begleitet, darunter ein Aktionstag zum Welttag des Hörens am 3. März sowie eine Aktionswoche vom 17. bis 20. September. Dr. Harald Seidler, Vorstandsvorsitzender des DHV, betont jedoch, dass das Jubiläum vor allem durch das Engagement vor Ort lebt. Ob Infostände, Ausstellungen oder Dialoge mit Schulklassen – alle Aktiven, von der „jungen Selbsthilfe“ bis zu den traditionsreichen Landesverbänden, sind eingeladen, ihre Erfahrungen sichtbar zu machen und Aufklärungsarbeit zu leisten.
Um die Arbeit in den Regionen zu unterstützen, stellt der DHV umfangreiches Informationsmaterial zur historischen Entwicklung sowie Bildmaterial auf der Webseite www.hoerverband.de zur Verfügung. Zudem besteht die Möglichkeit, Fachvorträge und Workshops über den Verband zu buchen, um die 125-jährige Geschichte der Bewegung lebendig zu vermitteln und wichtige Impulse für die Zukunft der Selbsthilfe zu setzen.