29. internationaler „Tag gegen Lärm"
Am 29. April 2026 findet der 29. internationale „Tag gegen Lärm" unter dem Motto „Der Sound von morgen" statt und rückt die akustische Gestaltung unserer Lebensräume in den Mittelpunkt.
Da das Gehör als „Wächterorgan" auch im Schlaf niemals abschaltet, lösen bereits leise Geräusche ab 41 Dezibel messbare Stressreaktionen aus.
Die Deutsche Gesellschaft für Akustik (DEGA) betont in diesem Jahr besonders die Synergien zwischen Klimaschutz und Lärmschutz. Durch die Verdichtung städtischer Räume gewinnt eine lärmbewusste Stadtplanung – etwa durch Elektromobilität (E-Busse, E-Bikes) und innovative Schallschutzkonzepte – massiv an Bedeutung für die menschliche Gesundheit und Lebensqualität.
Ein Gesundheitsrisiko für alle Generationen
Lärm wird nach der Luftverschmutzung als zweitgrößtes umweltbedingtes Gesundheitsrisiko eingestuft. Entgegen der Annahme, Hörprobleme seien ein reines Altersthema, zeigen aktuelle Untersuchungen wie die polnische PICTURE-Studie, dass bereits jedes 20. Schulkind unter Tinnitus leidet. Besonders bei Jugendlichen führen laute Freizeitaktivitäten und intensiver Kopfhörerkonsum zu alarmierenden Zahlen: Bis zu 70 % der jungen Menschen berichten bereits von temporären Ohrgeräuschen.
Die unterschätzte Gefahr: Lärm in der Nacht
Ein besonderer Fokus liegt auf der nächtlichen Ruhe. Da das Gehör als „Wächterorgan“ auch im Schlaf niemals abschaltet, lösen bereits leise Geräusche ab 41 Dezibel messbare Stressreaktionen aus. Diese stören nicht nur die erholsamen Tiefschlafphasen, sondern können langfristig das Herz-Kreislauf-System schädigen und das Risiko für Bluthochdruck erhöhen. Experten wie Gerald Icha (Neuroth) weisen zudem darauf hin, dass internes Schnarchen mit bis zu 90 Dezibel die Lautstärke eines Staubsaugers erreichen kann und damit eine massive, oft unterschätzte Belastung für Partner und das eigene Gehör darstellt.
Prävention und moderne Lösungen
Die Bundesinnung der Hörakustiker (biha) sowie Experten wie Eberhard Schmidt raten aus Anlass des Tag gegen Lärms zu einem proaktiven Umgang mit der eigenen Hörgesundheit und regelmäßigen „Soundchecks“ beim Hörakustikerinnen und Hörakustikern.