Forderung nach nationaler Strategie für Hörgesundheit

In einer groß angelegten Initiative fordern Experten aus Wissenschaft, Selbsthilfe und Wirtschaft angesichts von rund 16 Millionen Betroffenen in Deutschland eine nationale Strategie für Hörgesundheit.

Jana Herrmann, Veröffentlicht am 11. Mai 2026

Forderung nach nationaler Strategie für Hörgesundheit

Im Rahmen des europäischen Hearing Health Forums EU wurde dazu am 6. Mai 2026 in München ein umfassendes Positionspapier vorgestellt. Die beteiligten Organisationen, darunter der Deutsche Hörverband, der Deutsche Schwerhörigenbund sowie MED-EL Deutschland, betonen, dass Hörverlust als unterschätzte Volkskrankheit nicht nur die individuelle Lebensqualität mindert, sondern auch ein massiver Risikofaktor für Demenz ist. Zudem belasten die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgeschäden das System erheblich; Experten beziffern das jährliche Einsparpotenzial durch eine strukturierte Versorgung allein für Deutschland auf bis zu 39 Milliarden Euro.

Die Forderungen der Initiative konzentrieren sich auf eine optimierte Versorgungskette: Geplant sind flächendeckende Hörscreenings von der Kindheit bis ins hohe Alter, eine bessere Integration der Diagnostik in bestehende Vorsorgeprogramme sowie verstärkte Lärmschutzmaßnahmen. Darüber hinaus sollen digitale Versorgungsangebote ausgebaut und gesellschaftliche Barrieren abgebaut werden, um die Teilhabe Betroffener zu sichern. Gregor Dittrich, Geschäftsführer von MED-EL Deutschland, sieht die Politik in der Pflicht, Hörgesundheit ressortübergreifend als festen Bestandteil der Gesundheitsstrategie zu verankern. Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, rufen die Initiatoren dazu auf, das begleitende Manifest online zu unterstützen.

Interessierte können das Manifest online unterstützen und so ein Zeichen für mehr Aufmerksamkeit  im Bereich Hörgesundheit setzen.

Interessierte können das Manifest online unterstützen und so ein Zeichen für mehr Aufmerksamkeit  im Bereich Hörgesundheit setzen.

Jana Herrmann