Gesundheitsversorgung für Menschen mit geistiger Behinderung: Es gibt noch viel zu tun!
Wie steht es um die Gesundheitsversorgung von Menschen mit geistiger Behinderung?
Die Präsidentin von Special Olympics Deutschland (SOD), Christiane Krajewski, sieht großen Handlungsbedarf bei Ärzten, Zahnärzten und medizinischem Personal im Austausch mit Menschen mit Behinderungen.
Diese Frage diskutierten Vertreter*innen von Politik, Medizin und Special Olympics Deutschland (SOD) Mitte Juni in der Congresshalle Saarbrücken anlässlich der Special Olympics Nationalen Spiele 2026 im Saarland. SOD-Athletin Tabea Grabe schilderte Moderatorin Dr. Imke Kaschke und dem Publikum, wie schwer es ist, Ärzt*innen überhaupt zu verstehen oder einen Termin zu vereinbaren. Sie wünschte sich, dass Ärzte sich mehr Zeit für Menschen mit einer geistigen Behinderung nehmen. Alle Erklärungen und Formulare sollten in Leichter Sprache sein. Außerdem sei es gut, wenn Arztpraxen einfacher als bisher telefonisch erreichbar wären.
„Es gibt noch viel zu tun“, brachte der Beauftragte der Bundesregierung für Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, die Situation für die Betroffenen auf den Punkt und erntete dafür viel Zustimmung. Er erinnerte nachdrücklich an die Verpflichtungen des Staates. „Deutschland hat vor 17 Jahren die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert und damit das Versprechen gegeben, dass alle Menschen einen Zugang zu allen Systemen der Gesellschaft bekommen. Das gilt auch für das medizinische System. Es ist Aufgabe des Staates, dafür Sorge zu tragen, dass die Menschen ihre Rechte auch einlösen können“, sagte er. Dusel verwies darauf, dass das kein „Akt der Fürsorge“ sei, sondern dass es um die Umsetzung von „fundamentalen Grundrechten“ gehe.
Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, Dr. Georg Kippels, sieht große Potenziale in der Schulung und Fortbildung des Personals im Gesundheitswesen, um die Kommunikation zwischen Arzt und Patient zu verbessern. Außerdem warb er dafür, die Situation der Menschen mit Behinderung genauer zu analysieren, Projekte zu entwickeln, diese in der Praxis zu testen und dann weiter daran zu arbeiten.