opti 2026

„Die opti 2026 ist ein echtes Spielfeld der Möglichkeiten"

Als internationale Messe für Optik und Design nimmt die opti eine zentrale Rolle im Branchengeschehen ein, ab 2026 wollen die Veranstalter das Thema Hören mit einer eigenen Plattform wesentlich sichtbarer machen.

Barbara Buenaventura, Veröffentlicht am 7. Januar 2026

„Die opti 2026 ist ein echtes Spielfeld der Möglichkeiten“

Mit Audio Infos sprach Cathleen Kabashi, Director opti, über die Herausforderungen, denen sich Mischbetriebe heute stellen – und darüber, wie der neue Messebereich opti SPHEARE künftig zu Networking und neuen Wachstumsimpulsen beitragen soll.

AUDIO INFOS (AI): Die opti ist traditionell als Leitmesse der Augenoptik bekannt. Warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt, der Hörakustik mehr Raum zu geben?

Cathleen Kabashi (CK): Die Dynamik im Markt zeigt ganz deutlich: Augenoptik und Hörakustik wachsen zunehmend zusammen. Auf der opti bilden wir immer das ab, was die Branche bewegt – und jetzt ist der Moment gekommen, dieses Wachstumsfeld sichtbar nach vorn zu stellen. Mit Themen wie Gesundheitsvorsorge, Smart Devices und Technologie verschwimmen die Grenzen beider Bereiche ohnehin stärker als je zuvor. Deshalb öffnen wir 2026 bewusst den Raum, damit Betriebe diese Chance für sich nutzen können.

AI: Mit opti SPHEARE entsteht ein völlig neuer Messebereich. Was ist die Idee hinter diesem Konzept und wie wollen Sie damit Hörakustiker und Mischbetriebe ansprechen?

CK: Mit opti SPHEARE schaffen wir erstmals einen eigenen, kuratierten Erlebnisraum für die Hörakustik – mehr als 250 Quadratmeter voller Innovationen, Wissen und Praxis. Unsere Idee war: ein Bereich, der nicht nur informiert, sondern den Einstieg in die Hörakustik spürbar erleichtert. Anbieter von actric über Meditrend bis Nuance Audio oder Optimus Hearing zeigen hier Technologien und Konzepte, die Betriebe direkt anwenden können. Wir verbinden Optik und Akustik dort, wo sie sich in Zukunft ohnehin treffen: in der täglichen Praxis.

Die opti SPHEARE wird in Halle C3 zu finden sein: ein eigener Bereich für Beratung und Produktimpulse, Vernetzung sowie die Pflege und den Ausbau von Kundenbeziehungen.

Die opti SPHEARE wird in Halle C3 zu finden sein: ein eigener Bereich für Beratung und Produktimpulse, Vernetzung sowie die Pflege und den Ausbau von Kundenbeziehungen. ©GHM

AI: Sie sprechen mit der opti SPHEARE gezielt Betriebe an, die sowohl Augenoptik als auch Hörakustik anbieten oder eine entsprechende Mischung planen. Vor welchen besonderen Herausforderungen stehen diese Unternehmen, welche Rückmeldungen erhalten Sie?

CK: Große Player wie Fielmann, Apollo oder KIND konnten früh in Strukturen investieren, die beiden Disziplinen Raum geben. Kleine Betriebe stehen dagegen häufig vor ganz praktischen Fragen – sei es als Neuling auf dem Feld der Hörakustik oder auch als Mischbetrieb. Wie organisiere oder optimiere ich meine Prozesse? Wie integriere ich Akustik sinnvoll in meinen Ladenbau? Wie finde und qualifiziere ich Personal? Genau diese Unsicherheiten hören wir immer wieder im Austausch – sei es mit Augenoptikern, die ihr Geschäft um Hörakustik erweitern möchten, aber auch von Betrieben, die bereits beides anbieten. Gleichzeitig spüren wir eine enorme Bereitschaft, neue Geschäftsfelder zu erschließen – wenn es praxisnah und wirtschaftlich machbar ist. Und genau dafür ist opti SPHEARE da: ein Ort, an dem man Lösungen, Partner und Inspiration findet.

AI: Nicht nur im Handel werden Optik und Hörakustik immer mehr verbunden, sondern auch in der Industrie. Welche Trends beobachten Sie bei Herstellern und Dienstleistern?

CK: Wir sehen eine klare Bewegung hin zu hybriden Lösungen. Produkte wie die Hörbrille von Nuance Audio oder modulare Systeme von Anbietern wie Optimus Hearing zeigen, wie sehr beide Welten technologisch verschmelzen. Das beobachten wir schon länger bei opti Ausstellern, die für beide Bereiche Produkte anbieten, etwa, wenn es um EDV oder Dienstleistungen geht. Gleichzeitig gewinnen Themen wie Smart Glasses oder vernetzte Gesundheitsvorsorge enorm an Bedeutung – Bereiche, die wir im opti FUTURE VISION HUB ebenfalls abbilden. Der Markt öffnet sich, er wird flexibler und innovationsgetrieben – und diese Dynamik macht ihn für Optikbetriebe so spannend.

AI: Viele Fachbetriebe suchen nach Wegen, ihr Geschäft breiter aufzustellen und neue Kundengruppen zu erreichen. Welche Impulse kann die opti diesbezüglich bieten?

CK: Die opti 2026 ist ein echtes Spielfeld der Möglichkeiten. Generell erhalten alle Betriebe auf der opti Impulse – sei es für neue Geschäftsfelder wie die Hörakustik, für technologische Weiterentwicklung von Diagnostik bis Telemedizin, für wirtschaftliche Chancen etwa im Kontaktlinsensegment, aber auch für die Weiterbildung der eigenen Belegschaft – beispielsweise mit den Angeboten des opti CAMPUS. Last, but not least bieten wir auch jede Menge für den Branchennachwuchs auf dem opti NEXT GENERATION HUB. Mit opti SPHEARE haben wir darüber hinaus einen Bereich entwickelt, in dem man ausprobieren und Fragen stellen, direkt ins Gespräch mit Anbieterinnen und Anbietern gehen und von Best-Practice-Beispielen der Kollegen lernen kann. Genau daraus entstehen die Schritte, die Betriebe wirtschaftlich voranbringen können.

Auf der internationalen Leitmesse für Optik und Design (hier zu sehen: Janin Schmelzer von Optimus Hearing auf der opti 2025) war die Hörakustik bislang bereits punktuell vertreten. Ab 2026 soll das Thema wesentlich sichtbarer werden.

Auf der internationalen Leitmesse für Optik und Design (hier zu sehen: Janin Schmelzer von Optimus Hearing auf der opti 2025) war die Hörakustik bislang bereits punktuell vertreten. Ab 2026 soll das Thema wesentlich sichtbarer werden. ©GHM

AI: Neben der Ausstellerfläche soll auf der opti auch das inhaltliche Programm erweitert werden. Welche Inhalte werden für Hörakustiker besonders interessant sein?

CK: Neben den bereits genannten Themen, die opti SPHEARE bedient, bietet die opti generell ein inhaltliches Programm, das auch für Hörakustiker besonders relevant sein kann. Ich denke da beispielsweise an Gesundheitsvorsorge und Diagnostik, KI und Telemedizin als Zukunftstools der Kundenbetreuung oder auch an Marketingmodelle für alle Betriebsgrößen und -arten. Nicht zuletzt werden Entwicklungen, die wir auf dem opti FUTURE VISION HUB bündeln, dort auch für Hörakustiker praxisnah erlebbar sein.

AI: Im Messekalender der Hörakustik gibt es mit der EUHA bereits eine etablierte Veranstaltung. Sie waren 2025 selbst vor Ort – welche Eindrücke haben Sie mitgenommen? Gibt es aus Ihrer Sicht Schnittmengen oder sogar langfristig denkbare Kooperationsansätze?

CK: Die EUHA ist eine starke, etablierte Plattform für die reine Hörakustik – und genau das respektieren wir sehr. Gleichzeitig sehen wir natürlich Schnittmengen, vor allem in den Bereichen Technologie, Diagnostik und Dienstleistungen. Aus meinem Besuch dort habe ich vor allem mitgenommen, wie hoch das Innovationsniveau in der Akustik ist. Kooperationen? Grundsätzlich sind wir als opti immer offen für Austausch und Synergien, wenn sie für die Branche sinnvoll sind. Unsere Rolle ist eine andere als die der EUHA – inhaltliche Verbindungen können aber langfristig durchaus spannend sein.

AI:  Welche Rolle soll die Hörakustik langfristig auf der opti spielen – und was wünschen Sie sich für opti SPHEARE?

CK: Langfristig soll die Hörakustik ein selbstverständlicher Bestandteil der opti werden – so, wie es die Branchenentwicklung vorgibt. Mein Wunsch ist, dass opti SPHEARE zu einem Ort wird, an dem Betriebe Mut fassen, Neues ausprobieren und echte wirtschaftliche Chancen erkennen. Ein Raum, der inspiriert, vernetzt und Türen öffnet. Mein Wunsch ist auch, dass wir es in diesem ersten Schritt schaffen, dass Besucherinnen und Besucher sagen: „Hier habe ich verstanden, wie Optik und Akustik zusammenwachsen und was das für meinen Betrieb bedeutet“ – und dann in einem weiteren Schritt alle relevanten Hersteller ihre Lösungen vor Ort zeigen. Dann haben wir unser Ziel erreicht.

Barbara Buenaventura
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