Unternehmertage und Generalversammlung in Bremen

Start für die neue Hörex!

Die diesjährigen Unternehmertage der Hörex Hör-Akustik eG vom 11. bis 13. Juni 2026 in Bremen standen nicht nur im Zeichen der Gemeinschaft, sondern auch des Aufbruchs: Neben der offiziellen Generalversammlung nutzte die Genossenschaft den jährlichen Branchenttreff, um ihren Mitgliedern eine geschärfte strategische Ausrichtung und ein grundlegend modernisiertes Erscheinungsbild vorzustellen.

Jana Herrmann, Veröffentlicht am 2. Juli 2026

Start für die neue Hörex!

In der Hansestadt Bremen blickte der Hörex-Vorstand, bestehend aus Claudia Hellbach und Mario Werndl, auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Im Vergleich zu 2024 konnte die Hörex bei Umsatz- und Absatzzahlen im Jahr 2025 spürbar zulegen. Auch bei den Mitgliederzahlen verzeichnet die Genossenschaft ein kontinuierliches Wachstum. „Nachdem wir unser Ergebnis 2025 leicht verbessern konnten, zeichnet sich für das laufende Jahr ebenfalls eine positive Entwicklung ab – auch bei den Mitgliederzahlen“, berichtete Mario Werndl auf der Generalversammlung.

Ein wesentlicher Treiber dieses Erfolgs ist die fundierte Arbeit des Außendienstes, der im vergangenen Jahr zahlreiche Gründerinnen und Gründer auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleitet hat. Dass sich diese inviduell zugeschnittene Beratung in der Branche herumspricht, unterstrich Claudia Hellbach: „Dass zuletzt drei Hörakustiker auf Empfehlung von anderen Gründerinnen und Gründern auf uns zugekommen sind, zeigt, dass wir mit unserer Strategie richtig liegen.“ Ein besonderes Highlight für die Gemeinschaft: Hörex-Mitglied Guido Daugsch aus Osthofen (Rheinland-Pfalz) wurde beim Deutschen Hörakustik Award 2026 als „Newcomer des Jahres“ ausgezeichnet.

Kontinuität im Aufsichtsrat

Bei den anstehenden Aufsichtsratswahlen setzten die Mitglieder auf bewährte Kräfte. Die turnusgemäß endenden Mandate von Bärbel Peters (Bremen), Christian Großmann (Marburg) und Ilker Karaman (Limburgerhof) wurden von der Generalversammlung einstimmig verlängert. In der anschließenden konstituierenden Sitzung wählte das Gremium Christian Großmann erneut zum Aufsichtsratsvorsitzenden.

Konkurrenzfreien Austausch auf Augenhöhe

Wie lebendig der konkurrenzfreie Austausch auf Augenhöhe innerhalb der Genossenschaft ist, zeigten die Berichte aus dem Expertenbeirat – einem Gremium, das den Vorstand strategisch und technisch berät. Auf der Generalversammlung stellten Hörex-Mitglieder aus verschiedenen Arbeitsgruppen des Expertenbeirats praxisnahe Konzepte zu hochaktuellen Branchenthemen vor. Das Spektrum reichte von den Potenzialen einer vorzeitigen privaten Wiederversorgung und dem Einsatz des zukunftsweisenden Bluetooth-Standards Auracast über die Rolle von Hörakustikern bei der CI-Versorgung bis hin zur Anwendung des Messverfahrens Revoloud sowie der Nischenbesetzung durch Hörbrillen. „Das Engagement in den Arbeitsgruppen steht beispielhaft für das, was uns als Genossenschaft ausmacht“, betonte Hörex-Vorständin Claudia Hellbach. „Wir leben vom Miteinander. Auf diese Weise wollen wir gemeinsam mehr erreichen, als es allein möglich wäre.“

Branchen-Update durch die biha

Direkt vor dem offiziellen Start der Generalversammlung am letzten Veranstaltungstag warf Jakob Stephan Baschab, Hauptgeschäftsführer der Bundesinnung der Hörakustiker (biha), einen Blick auf das große Ganze. Er informierte die Mitglieder aus erster Hand über die aktuellen Herausforderungen im Kontext anstehender Gesundheitsreformen. Zudem thematisierte er die Ausbildungssituation am Campus Hörakustik in Lübeck und stellte die Qualifizierungsmaßnahme „Fachassistent Hörakustik“ als wertvollen neuen Karriereweg vor, um dem grassierenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

30 Jahre Engagement: Ehrung für Claudia Hellbach

Ein emotionaler Höhepunkt fand bereits am Vorabend der Generalversammlung statt: Aufsichtsratsvorsitzender Christian Großmann überreichte Claudia Hellbach eine Ehrenurkunde des Genossenschaftsverbands für ihr 30-jähriges Dienstjubiläum. Hellbach startete ihre Karriere bei der Hörex im Jahr 1996 im kaufmännischen Bereich – nur ein Jahr nach der Gründung durch Friedrich Scheinhardt und 20 mittelständische Akustiker. 2009 erhielt sie Prokura, seit 2015 lenkt sie die Geschicke der Genossenschaft als Vorstandsmitglied maßgeblich mit.

Das Wort „hörex" wird im neuen Logo nun mit einem kleinen „h" geschrieben, der selbstbewusste Punkt hinter dem Namen setzt den verbindlichen Abschluss.

Das Wort „hörex“ wird im neuen Logo nun mit einem kleinen „h“ geschrieben, der selbstbewusste Punkt hinter dem Namen setzt den verbindlichen Abschluss.

 

Profilschärfung: „Klare Haltung, frisches Design“

Claudia Hellbach höchstpersönlich präsentierte am Samstagvormittag dann auch den umfassenden Marken-Relaunch, mit dem die Hörex auf die fortschreitende Filialisierung und die veränderten Kundenerwartungen in der Branche reagiert. . „Wenn unabhängige Hörakustik im Markt stark bleiben soll, dann braucht sie auch ein starkes Zentrum. Die Hörex will dieses Zentrum sein – als Genossenschaft, die unternehmerische Freiheit mit der Stärke einer Gemeinschaft verbindet“, so Claudia Hellbach. Im Zuge der strategischen Weiterentwicklung müsse sich auch das Erscheinungsbild der Hörex von gestern verabschieden, so Hellbach weiter. Dementsprechend verbindet das neue Design optische Kontinuität mit einem klaren Aufbruchssignal. Während das bewährte Blau als Primärfarbe für Sicherheit und Vertrauen bestehen bleibt, symbolisiert ein neu hinzugekommenes Lichtgrün das Thema Wachstum und Zukunft.

Das modernisierte Logo transportiert zudem ein feines, aber entscheidendes Detail: Das Wort „hörex“ wird im neuen Logo nun mit einem kleinen „h“ geschrieben. Damit nimmt sich die Genossenschaft bewusst zurück, um zu signalisieren, dass die Mitglieder im Vordergrund stehen. Der selbstbewusste Punkt hinter dem Namen setzt den verbindlichen Abschluss. Und nicht nur eine neue Webseite, sondern auch die viel persönlichere Ansprache per Du ist ab sofort ein Teil der neuen Hörex-Philosophie.

Maßgeschneiderte Services statt Standardlösungen

Die strategische Weiterentwicklung der Genossenschaft stützt sich im Kern auf zwei tragende Säulen, die den inhabergeführten Betrieben in dem sich immer weiter verhärtenden Wettbewerb den Rücken freihalten sollen:

hörex.create: Die hauseigene Marketingagentur bricht bewusst mit unpersönlichen Standardlösungen. Ein interdisziplinäres Team aus den Bereichen Grafik, Text, Onlinemarketing, Social Media sowie Foto- und Videografie entwickelt ausschließlich maßgeschneiderte, individuelle Marketingkonzepte für die Mitgliedsbetriebe – und garantiert dank langjähriger Branchenerfahrung vollkommene Rechtssicherheit.

hörex.connect: Unter diesem Namen bündelt die Hörex künftig sämtliche Weiterbildungs- und Netzwerkangebote. Ein elementarer Bestandteil sind die praxisnahen, für Mitglieder kostenfreien Azubi-Schulungstage. Diese überbetrieblichen Schulungen werden im Rahmen des kommenden hörex.connect Wissensforums (ehemals Hörex-Fortbildungskongress) vom 7. bis 8. November 2026 in Frankfurt bereits zum dritten Mal stattfinden, um den Nachwuchs gezielt zu fördern.

Mit diesem Gesamtpaket aus wirtschaftlicher Stabilität, Innovationsgeist und maßgeschneidertem Support im neuen Gewand blickt die Hörex optimistisch in die Zukunft – und stärkt damit die Unabhängigkeit des traditionellen Fachhandels nachhaltig. „Wir werden unser Profil noch mehr als B2B-Marke stärken“, fasste Hörex-Vorständin Claudia Hellbach zusammen.

Inspiration und Experten-Insights

Traditionell bot die Genossenschaft ihren Mitgliedern am ersten Veranstaltungstag ein kompaktes Vortragsprogramm ihrer Industriepartner und Branchenexperten. Beleuchtet wurden vor allem die Megatrends Künstliche Intelligenz und Deep Neural Networks (DNN), welche die Audiologie gerade grundlegend verändern und sich von der visionären Forschung bis zur modernen Messtechnik ziehen. Weitere Themen waren die neuen Zielgruppen des Fachhandels, die eine moderne Kundenansprache und ein breiteres Portfolio erfordern. Hintergrundwissen und Praxistipps gab es aber auch zu den Themen Mitarbeiterführung und Ausbildung sowie essenzielle Finanzierungs- und M&A-Strategien im konsolidierenden Markt.

Vom UNESCO-Welterbe zum „Industrial Chic“

Als Rahmenprogramm der Hörex-Unternehmertage 2026 führte eine zweistündige Stadtführung zu vielen historischen und kulturellen Wahrzeichen der Stadt Bremen, die eng mit ihrer langen Tradition als Seehandelsstadt verknüpft sind und sich größtenteils rund um den historischen Marktplatz konzentrieren. Zudem bot die Hörex ihren Mitgliedern am ersten Tag wahlweise eine Bootstour über die Weser, ein Rundgang durch das interaktive Science Center Universum, das zu den meistbesuchten Freizeiteinrichtungen der Hansestadt gehört, sowie eine Besichtigung der kultigen Becks-Brauerei.

Den offiziellen Ausklang fanden die diesjährigen Unternehmertage schließlich im Heizwerk, einer der spannendsten neuen Event- und Kulturlocations in Bremen. Das im Jahr 1952 erbaute Gebäude ist Teil eines riesigen, modernen Stadtentwicklungsprojekts auf dem ehemaligen Industriegelände einer Zigarettenfabrik und besticht durch den typischen „Industrial Chic“ mit rauen Betonwänden, freiliegenden Stahlträgern, riesigen Fensterfronten und einer beeindruckenden Deckenhöhe von bis zu 14 Metern.

Zum neuen Internetauftritt der Hörex geht es hier.

Jana Herrmann