Nächstes Auracast-Pilotprojekt an einem Flughafen

Nach den Installationen am Frankfurter Flughafen erreicht die Verbreitung des neuen Bluetooth-Standards Auracast in der deutschen Luftfahrt das nächste Level.

Jana Herrmann, Veröffentlicht am 15. Juli 2026

Nächstes Auracast-Pilotprojekt an einem Flughafen

Der Flughafen München hat gemeinsam mit dem Spezialisten Sittig Technologies GmbH ein wegweisendes Pilotprojekt gestartet. Seit dem 14. Juli 2026 wird an insgesamt sechs Gates in den Terminals 1 und 2 die drahtlose Passagierkommunikation der nächsten Generation erprobt.

Durchsagen ohne Umwege direkt im Ohr

Dank der Auracast-Technologie können Reisende wichtige Gate-Durchsagen künftig direkt über ihre eigenen, kompatiblen Endgeräte empfangen – seien es moderne Hörsysteme, Cochlea-Implantate (CIs) oder Consumer-Earbuds. Für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen bedeutet dies einen enormen Gewinn an Barrierefreiheit: Die Ansagen werden klar und ohne störenden Umgebungslärm direkt übertragen. Teure und baulich aufwendige Induktionsschleifensysteme an den Gates werden damit mittelfristig überflüssig. Aber auch für hörende Passagiere bietet das System echten Komfort. So lassen sich die Durchsagen beispielsweise auf kompatiblen Android-Geräten nahtlos über die laufende Musik oder den Podcast einblenden und verstummen nach der Ansage automatisch wieder.

Einfache Kopplung per QR-Code an sechs Test-Gates

Um den Service zu nutzen, scannen Passagiere an den teilnehmenden Gates einfach einen QR-Code oder wählen den Audiostream direkt über das Bluetooth-Menü beziehungsweise eine Drittanbieter-App (unter iOS) aus. Der Pilotversuch läuft an folgenden Standorten:

-Terminal 1: Gates A42/A43 und A44/A45 (Pier A)

-Terminal 2: Gates G31 und G32

„Der Flughafen München ist der ideale Partner, um Auracast in der deutschen Luftfahrt weiter zu etablieren“, erklärt Florian Halsner von Sittig Technologies. Das Projekt baue direkt auf den in Frankfurt gesammelten Erfahrungen auf und solle Bluetooth-Broadcast-Audio fest als Standard in der Passagierkommunikation verankern.

Jana Herrmann