„Nobelpreis der Ingenieure": Ingeborg und Erwin Hochmair ausgezeichnet

Die MED-EL-Gründer und Cochlea-Implantat-Pioniere Ingeborg und Erwin Hochmair wurden gemeinsam mit weiteren internationalen Wissenschaftler*innen mit dem Queen Elizabeth Prize for Engineering 2026 ausgezeichnet.

, Veröffentlicht am 4. Februar 2026

„Nobelpreis der Ingenieure“: Ingeborg und Erwin Hochmair ausgezeichnet

Der Queen Elizabeth Prize for Engineering (QEPrize)  2026 wird für die Entwicklung moderner neuronaler Schnittstellen verliehen, die verloren gegangene menschliche Funktionen wiederherstellen. Ingeborg und Erwin Hochmair werden gemeinsam mit Graeme Clark und Blake Wilson für ihre grundlegenden Beiträge zur Entwicklung des Cochlea-Implantats geehrt. Diese Technologie wandelt akustische Signale in elektrische Impulse um, die den Hörnerv direkt stimulieren, und ermöglicht seit mehr als vier Jahrzehnten hunderttausenden Menschen weltweit das Hören.

Pionierarbeit in der Cochlea-Implantat-Entwicklung

Bereits 1975 begannen Ingeborg und Erwin Hochmair an der Technischen Universität Wien mit ihrer Forschung an Cochlea-Implantaten. 1977 entwickelten sie das weltweit erste mikroelektronische Cochlea-Implantat. Ihre Arbeiten leisteten einen wesentlichen Beitrag zu Fortschritten in der Signalverarbeitung, der Miniaturisierung implantierbarer Systeme sowie der langfristigen Biokompatibilität und bilden die Grundlage moderner Cochlea-Implantate.

Die Verbindung von ingenieurwissenschaftlicher Forschung und klinischer Anwendung führte in weiterer Folge zur Gründung von MED-EL. Das Unternehmen entwickelt implantierbare Hörlösungen mit dem Ziel, Menschen mit Hörverlust langfristig zu unterstützen. Aktuelle Forschungsprojekte, darunter vollimplantierbare Cochlea-Implantate, setzen die Entwicklung neuronaler Schnittstellen fort.

Stimmen der Preisträger

„Die Auszeichnung würdigt eine technologische Entwicklung, die auf wissenschaftlicher Integrität und dem klaren Fokus auf die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer basiert“, sagt Ingeborg Hochmair, Mitgründerin und CEO von MED-EL. „Cochlea-Implantate haben sich von einer visionären Idee zu einer etablierten klinischen Lösung entwickelt.“

Erwin Hochmair, Mitgründer von MED-EL, ergänzt: „Unser Ziel war es von Beginn an, eine zuverlässige neuronale Schnittstelle zu entwickeln, die langfristig mit dem menschlichen Hörsystem zusammenarbeitet. Der Queen Elizabeth Prize for Engineering bestätigt den Wert dieser langfristig angelegten Forschungsarbeit.“

Weitere Preisträger und Preisverleihung

Neben Ingeborg und Erwin Hochmair wurden Graeme Clark, Blake Wilson, John Donoghue, Alim Louis Benabid, Pierre Pollak, Jocelyne Bloch sowie Grégoire Courtine ausgezeichnet. Die Preisträger*innen teilen sich das mit 500.000 britischen Pfund dotierte Preisgeld. Die offizielle Bekanntgabe erfolgte im Londoner Science Museum durch Lord Vallance, Vorsitzender der Queen Elizabeth Prize for Engineering Foundation.

Die Jury würdigte insbesondere Innovationen in den Bereichen Cochlea-Implantate, Tiefe Hirnstimulation, Brain-Computer-Interfaces und elektronische Rückenmarksstimulation, die zur Wiederherstellung verlorener Körperfunktionen beitragen.

Über den Queen Elizabeth Prize for Engineering

Der Queen Elizabeth Prize for Engineering (QEPrize) wird jährlich verliehen und zeichnet bahnbrechende ingenieurwissenschaftliche Innovationen aus, von denen die Menschheit weltweit profitiert. Der Preis kann an bis zu zehn lebende Personen jeder Nationalität vergeben werden, die maßgeblich für eine solche Innovation verantwortlich sind. Eine Selbstnominierung ist ausgeschlossen.