Risiko unterschätzt: Menschen mit Diabetes sollten regelmäßig zum Hörtest
IAS informiert zum Weltdiabetestag (26. November) über neueste Forschungsergebnisse und empfiehlt halbjährliche Hördiagnostik mit dem auDIAtrie-Hörtest
Hörakustikmeister Jean Pierre Kindervater bietet Menschen mit Diabetes mellitus seit Jahren den auDIAtrie Hörtest an.
Während Organschäden an Augen oder Nieren als typische Folgeerkrankungen von Diabetes mellitus bekannt sind, bleibt die Auswirkung auf das Gehör in der Aufklärung oft unterrepräsentiert. Eine neue Metastudie der University of Queensland unterstreicht nun die Relevanz: Rund 25 Prozent aller erwachsenen Diabetiker leben mit einem klinisch relevanten Hörverlust.
Ursachen und Zielgruppen
Nach Erkenntnissen der australischen Forscher beeinträchtigt die Stoffwechselstörung vor allem die Mikrozirkulation des Innenohres sowie die Hörnerven. Ein erhöhtes Risiko zeigte sich überraschenderweise bereits bei jüngeren Betroffenen im Alter von 40 bis 60 Jahren sowie in den ersten zehn Jahren nach Diagnosestellung.
Halbjährliche Kontrolle als Routine
Obwohl deutsche Leitlinien routinemäßige Screenings bislang nicht vorschreiben, empfiehlt die IAS-Geschäftsführung (Jürgen Leisten und Tannassia Reuber) allen Diabetes-Patienten ein halbjährliches Hörscreening. Mit dem eigens entwickelten „auDIAtrie Hörtest“ stellen die IAS-Mitgliedsbetriebe ein praxisnahes Tool zur Verfügung. Das Screening dauert rund zehn Minuten, berücksichtigt diabetesbedingte Schwankungen der Hörleistung und eignet sich auch zur Kundenbindung im Fachgeschäft oder im Rahmen von Kooperationen mit Hausärzten und Apotheken.
„Die Leute erleben unser Test-Angebot wie einen kleinen Check, den man halbjährlich wiederholt“, so Hörakustikmeister Jean Pierre Kindervater von Kindervater Hörakustik im thüringischen Bleicherode, der den auDIAtrie-Hörtest seit Langem nutzt. „Tatsächlich kommen viele pünktlich wieder. Der Test dauert nur zehn Minuten. Gemeinsam mit dem Kunden kann ich die Ergebnisse mit früheren Messungen vergleichen und Entwicklungen aufzeigen. Im Fall der Fälle wird frühestmöglich gegengesteuert. Liegt ein Hörverlust vor – zumeist ein Hochtonhörverlust -, folgt die klassische Audiometrie. Gegebenenfalls empfehlen wir, den Ohrenarzt aufzusuchen.“