Branche fordert fairen Wettbewerb und den Erhalt regionaler Strukturen

Im Zentrum der Diskussionen der diesjährigen biha-Mitgliederversammlung standen auch deutliche Appelle an die Gesundheitspolitik.

Jana Herrmann, Veröffentlicht am 20. Oktober 2026

Branche fordert fairen Wettbewerb und den Erhalt regionaler Strukturen

Im Rahmen des 70. Internationalen EUHA-Kongresses kamen am 15. Oktober 2026 Hörakustikerinnen und Hörakustiker aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen, um vor Ort und via Livestream an der Mitgliederversammlung der Bundesinnung der Hörakustiker (biha) KdöR teilzunehmen. .

Gen Z und KI als Chance gegen den Fachkräftemangel

In seiner Keynote zum Thema „Wege ins Handwerk“ beleuchtete Dr. Christian Welzbacher, Leiter des Heinz-Piest-Instituts für Handwerkstechnik an der Leibniz Universität Hannover, die Motive junger Auszubildender. „Junge Menschen suchen Wirksamkeit, Sicherheit und Entwicklungsmöglichkeiten“, betonte Dr. Welzbacher. Das Hörakustiker-Handwerk sei durch seinen hohen Digitalisierungsgrad und die medizinische Relevanz hervorragend aufgestellt. Um dem demografischen Wandel zu begegnen, gelte es, technologische Zukunftschancen sowie die Stärken der Gen Z und den Einsatz von KI im Recruiting und Alltag konsequent zu nutzen.

Deutliche Warnung vor „KO-Ausschreibungen“ und Bürokratie

Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels und drohender Fehlentwicklungen in der Gesundheitspolitik richtete biha-Präsident Eberhard Schmidt eindringliche Worte an die Politik in Berlin. Er forderte den Erhalt einer ausgewogenen Betriebslandschaft: „Die klein- und mittelständischen Betriebe schaffen Ausbildungsplätze und sorgen für eine wohnortnahe Versorgung. Das Nebeneinander von Groß und Klein hat sich bewährt.“

Präsident Schmidt warnte eindringlich vor einem drohenden Betriebssterben durch Fehlentscheidungen in der Hilfsmittelversorgung: „KO-Ausschreibungen im Hilfsmittelbereich gehen zu Lasten der Versorgungsqualität und damit zu Lasten der Patienten.“ Zudem kritisierte er den kontinuierlich steigenden administrativen Aufwand, der den Fachgeschäften ohne erkennbaren Mehrwert wertvolle Zeit raube.

Jana Herrmann